29.06.2020

Alle Versuche die Bayern zu stoppen waren bisher erfolglos

Langsam aber sicher muss der deutsche Fußball für die Gegner des FC Bayern München frustrierend sein. Mit dem 1:0 Sieg bei Werder Bremen hat der Titelverteidiger den neuerlichen Gewinn der deutschen Meisterschaft fixiert. Damit hält sich der FC Bayern München bei insgesamt 30 Erfolgen, die Münchner sind in der Deutschen Fußball-Bundesliga seit acht Saisonen in Folge ungeschlagen. Selbst die ungewohnten Verhältnisse in den deutschen Stadien konnten den Siegeslauf nicht stoppen. Dabei bedeuten die Geisterspiele eine dramatische Umstellung für Fans und Spieler.

Die Realität folgt der virtuellen Welt

Jahrelang haben sich Spielehersteller bemüht, die berühmte Atmosphäre, die in den Fußballstadien dieser Welt herrscht, virtuell nachzustellen. EA Games setzt in seinem Game-Klassiker FIFA auf die Avatare der bekanntesten Fußballer der Welt und lässt die Gamer in die Rollen von Messi und Co schlüpfen. PokerStars hingegen legt in Live Football Studio besonderen Wert auf einen euphorischen Kommentator, freundliche Moderatoren und Video-Animationen. Nun scheint die Welt im Fußball allerdings Kopf zu stehen.
Die Geisterspiele in der Deutschen Fußball-Bundesliga haben dazu geführt, dass die Realität die digitale Abbildung kopiert. Der Jubel der Fans wird per App eingespielt, Pappkameraden ersetzen die echten Fans im Stadion. Das schmerzt die Fußballfreunde sehr. Doch immerhin ist der Fußball nun wieder zurück, die ausgezeichneten Einschaltquoten von Sky beweisen, wie sehr er bereits vermisst wurde

Täglich grüßt das Murmeltier

Doch all das Hoffen und Bangen, vor allem der Fans von Borussia Dortmund, war auch in dieser Saison vergebens. Seit mittlerweile acht Jahren laufen sämtliche Teams gegen eine Mauer aus München. Egal welche Probleme der FC Bayern München auch hat, am Ende der Saison steht die Mannschaft auf dem Siegertreppchen ganz oben. Die Dominanz der Mannschaft von Trainer Hansi Flick hat dabei ein völlig neues Niveau erklommen. Eine derartige Serie hat es in der Deutschen Fußball-Bundesliga noch nie gegeben. Dominierte eine Mannschaft die Liga einige Zeit lang, dann schaffte sie meistens drei Titel in Serie. Der nicht enden wollende Erfolgslauf der Münchner stellt die Liga nun langsam aber sicher vor Probleme.
Die Spannung fehlt, Abwechslung in den vorderen Rängen sucht man bislang vergebens. Seit dem Start der gesamtdeutschen Bundesliga vor 29 Jahren hat der FC Bayern München 18 von 29 möglichen Titeln gewonnen. Ein Ende dieser Dominanz ist nicht abzusehen. Das hat mehrere Gründe. Kein anderer Verein ist in seiner Führung so professionell aufgestellt, wie der alte und neue Meister. Die zahllosen Erfolge der Vergangenheit haben den Verein zu einer der wertvollsten Marken im Fußballgeschäft aufsteigen lassen. Das zeigt sich bei den Finanzen. Das sorgsame Wirtschaften und die Anbindung von Großkonzernen haben den FC Bayern München zu einer Geldmaschine werden lassen. Damit können spielerische Probleme schnell gelöst werden.

Flick ergreift seine Chance

Quelle: Pixabay

Stellt sich der Verein einmal selbst ein Bein, dann wird das Problem schnell und ohne Rücksicht auf Verlust behoben. Bestes Beispiel dafür waren Carlo Ancelotti und Niko Kovacs. Die beiden Trainer konnten die hochgesteckten Erwartungen von Vereinsführung und Fans nicht erfüllen und mussten gehen. Danach überraschte der Meister wohl auch sich selbst. Statt weiterhin auf dem Engagement eines internationalen Startrainers zu beharren, anerkannte man in München die Erfolge der Übergangslösung Hansi Flick.
Der ehemalige Co-Trainer von Niko Kovacs hatte die Mannschaft wieder vereint und auf die Erfolgsspur zurückgeführt. Alle Konflikte zu Beginn der Saison waren vergessen. Damals fand sich das erfolgsverwöhnte Team plötzlich auf Platz fünf der Tabelle wieder. Spätestens da war klar, dass etwas passieren musste. Flick ergriff die einmalige Chance und bewies, dass er auch das Zeug zum Cheftrainer hat.

Nach der Winterpause stürmte der FC Bayer München neuerlich an die Spitze und drängte seine Konkurrenten mit schierer Willenskraft an den Rand. Wer nach der Krönung des neuen Herbstmeisters RB Leipzig noch von einer Ablöse der Bayern geträumt hatte, wurde bitter enttäuscht. Im Finale der Saison gaben sich die Münchner keine Blöße mehr und spielten den ersten von mehreren möglichen Titeln nach Hause.
Nun ist der Hunger geweckt. Das DFB-Cup-Finale und das Finalturnier der UEFA Champions League bieten die neuerliche Chance auf das Triple. Wenn diese Serie im deutschen Fußball nicht ewig so weitergehen soll, dann müssen sich die Konkurrenten dringend etwas einfallen lassen.

Partner:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken